Forschungsgebiet der Parapsychologie
Die Parapsychologie befasst sich mit paranormalen oder unerklärlichen Phänomenen wie Hellsehen, Gedankenübertragung (Telepathie), Telekinese (Bewegung durch Gedankenkraft), sowie Grenzwissenschaften wie Ufos (unidentifizierte Flugobjekte), dem Leben nach dem Tod (Nahtoderfahrungen), Geistern als lebende Verstorbene im Jenseits, Reiki und Pseudo-Wissenschaften wie der Homöopathie.
Parapsychologie [aus dem Griechischen: para, neben; psyche, Seele und logos, Wort, Lehre]. Parapsychologische Forschung untersucht übersinnliche oder paranormale Kommunikation sowie die Beeinflussung physikalischer Zustände allein durch psychische Einflüsse mittels Gedankenkraft.
Ist die Parapsychologie als Wissenschaft anerkannt?
Die Parapsychologie ist bis heute kein anerkanntes Forschungsgebiet, obwohl sie von der Parapsychological Association (PA) schon 1969 als Mitgliedsorganisation der AAAS (American Association for the Advancement of Science) aufgenommen wurde. An manchen Universitäten gilt die Parapsychologie als ein Teilgebiet der Psychologie.
Es ist der Parapsychologie bis heute nicht gelungen, zweifelsfrei zu beweisen, das die untersuchten Phänomene existieren. Die Parapsychologie gilt bis heute als Pseudowissenschaft. Sie wird häufig kritisiert, das sie kein klar abgegrenztes Forschungsgebiet habe und keine reproduzierbare Experimente existieren.
Geschichte der Parapsychologie
1862 wurde in London die Organisation "Ghost Club" mit dem Ziel gegründet, die vorherrschende Ansicht zum Geisterglaube genauso wie die Erforschung paranormaler Phänomene.
Die ersten systematischen Untersuchungen führte Ende des 18. Jahrhunderts der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer durch. Mesmer verwendete die Bezeichnung "animalischer Magnetismus".
1882 gründete sich in England die "Society for Psychical Research" (S.P.R.). Drei Jahre später folgte 1885 in den USA die "American Society for Psychical Research" (A.S.P.R.). Das war die Zeit des Spiritismus, also dem Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod als Geister.
Das Wort Parapsychologie wurde vermutlich von Max Dessoir erfunden, der diese Bezeichnung 1889 verwendete, um ein Forschungsgebiet zu beschreiben, das sich mit "dem aus dem normalen Verlauf des Seelenlebens heraustretende Erscheinungen" beschäftigt.
1919 folgte in Frankreich die Gründung des eher unbedeutenden "Institut Métapsychique International" (Paris).
1968 gründete Eileen J. Garrett die "Parapsychology Foundation" mit Sitz in New York, Herausgeber der Zeitschrift "International Journal of Parapsychology" (bis 1968) heraus.
1974 lobte "Die Zeit" im Zuge des Taschenspielertrickser Uri Geller Manie ein Preisgeld von 100.000 DM für jedermann aus, der unter Kontrollbedingungen einen Löffel verbiegen könne.
Erwähnenswert ist auch die 1987 gegründete "Society for Scientific Exploration" (SSE), Herausgeber des "Journal of Scientific Exploration".
Die Skeptikervereinigung "Committee for the Investigation of the Paranormal" (CSICOP) wurde 1987 in den USA gegründet. Sie hat heute in zahlreichen Ländern Ableger. Die CSICOP gibt die Zeitschrift "The Septical Inquirer" heraus. In Deutschland nennen sich die Skeptiker die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP).
Die parapsychologische Forschung untersucht Psi-Phänomenen wie Telepathie (Gedankenübertragung), Telekinese/Psychokinese oder Hellsehen (in die Zukunft). Man unterscheidet zwei Arten von Psi-Phänomenen:
→ Außersinnliche Wahrnehmung (ASW): Hier werden Informationen ohne erklärbare Weise empfangen.
→ Psychokinese: Beeinflussung von Materie alleine mit Gedankenkraft.
Heute glauben die meisten Parapsychologen, das praktisch jeder Psi-Fähigkeiten besitzt.
Heute findet die parapsychologische Forschung hauptsächlich in universitäten Forschungseinrichtungen statt. Die bekanntesten von ihnen sind: "Division for Personality Studies" am Medical Center der Universität Charlottesville (Virginia); "Princeton Engineering Anomalies Research Laboratory" (PEAR) an der Universität Princeton (New Jersey); "Arthur-Koestler-Lehrstuhl für Parapsychologie" am Psychologischen Institut der Universität Edinburgh (Schottland), Institut für Parapsychologie an der Prixton Universität.
Eine der ersten Universitäten, die parapsychologische Laboratorien einrichtete, war 1927 die Duke University in Durham (North Carolina, USA), die vorallem durch die Versuche des Joseph Banks Rhine bekannt wurde.
In Deutschland gibt es das "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V." (IGPP), das 1950 von Hans Bender begründet wurde und eng mit der Universität Freiburg zusammenarbeitet. Das IGPP gibt seit 1957 die "Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie" heraus.
Leider wird der Begriff zu häufig von Laien und Scharlatanen verwendet. In diesem Portal hier klären wir auf, worauf Sie achten sollten.
James Randi gründete nach seinem Austritt aus der CSICOP (1994) die James Randi Educational Foundation (JREF) und setzte eine Belohnung von einer Million US Dollar für denjenigen aus, der unter wissenschaftlichen Bedingungen paranormale Fähigkeiten reproduzieren kann.
Parapsychologie und Grenzwissenschaften
1979 meldeten sich im McDonnell Laboratory der Washington University in St. Louis zwei junge Männer, die ihre angeblichen paranormalen Fähigkeiten testen lassen wollten. Die Wissenschaftler waren verblüfft, als diese vor ihren Augen Metall verbogen, Gegenstände "telekinetisch", von den Tischen wegfegten und die Zeiger von Uhren beeinflußten. Sie verbrachten 120 Stunden im Labor und die Kosten der Versuche beliefen sich auf 10.000 Dollar. Doch die beiden jungen Männer — der 18jährige Steven Shaw und der 17jährige Michael Edwards — wurden von dem Bühnenmagier und Okkult-Kritiker James Randi geschickt worden und hatten jede Lücke in den Überwachungsmaßnahmen der Parapsychologen entdeckt und ausgenutzt. Zu einer Serie angeblicher Gedankenfotos, auf denen ein Physiker Teile eines Frauenkörpers zu entdecken glaubte, erklärte Shaw schlicht und amüsiert mit den Worten: "Da habe ich einfach auf die Linse gespuckt!".
Ähnliches passierte bei einer Untersuchung an der englischen University of Bath 1975, als angeblich sensitive Kinder erst beim Schwindeln entdeckt wurden, als man sie in einem Labor, das eine einseitig verspiegelte Scheibe hatte, allein ließ und sie sich unbeobachtet fühlten. Ein Kind verbog den Löffel, indem es ihn zwischen Fußboden und Fuß einklemmt und dann verbog. Ein anderes Kind verbog den Löffel gewaltsam mit seinen beiden Händen.
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